Freiverkäufliche Schmerzmittel sind nicht harmlos!

Freiverkäufliche Schmerzmittel sind nicht harmlos!

Freiverkäufliche Schmerzmittel sollen laut Packungsbeilage eine Anwendungsdauer von 4 Tagen nicht überschreiten. Nach entsprechenden Studien nehmen jedoch rund 20% der Frauen und über 30% der Männer solche Analgetika länger als vier Tage.   

Es ist jedoch ein Trugschluss anzunehmen, dass die freiverkäuflichen Schmerzmittel harmlos sind, weil sie eben ohne Rezept überall erhältlich sind.

Das Gegenteil ist der Fall. Die weit verbreiteten Schmerzmittel wie Diclofenac, Paracetamol, Ibuprofen und ASS haben erhebliche Nebenwirkungen. So können sie nicht nicht nur schwere Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislaufsystem verursachen, sondern auch die Leber schädigen.

Risikopatienten sind besonders gefährdet. Risikofaktoren sind z.B. Leberfunktionsstörungen, ein Body-Mass-Index über 30, die Zuckerkrankheit Diabetes, Autoimmun-Hepatitis, eine Co-Medikation mit potenziell leberschädigenden Arzneistoffen, der Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln sowie ein niedriger Spiegel des körpereigenen Radikalfängers Glutathion. Allein schon das weibliche Geschlecht kann als Risikofaktor bezeichnet werden, da die gleichen Nebenwirkungen bei Frauen schon bei niedriger Dosierung eintreten.

Auch die Politik hat jetzt erkannt, dass freiverkäufliche Schmerzmittel nicht harmlos sind. Daher werden entsprechend der neuen Analgetika-Warnhinweis-Verordnung den Schmerzmitteln, die beispielsweise die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) enthalten, künftig Warnhinweise beiliegen. Der Warnhinweis lautet: „Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!“.

Grundsätzlich sollte man die Einnahme von Schmerzmitteln nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei einer mehr als gelegentlichen Einnahme von Schmerzmitteln sollte das unbedingt mit einem Arzt besprochen werden.